5 Gründe für eine Reise in den Oman

Vor zwei Wochen bin ich aus dem Oman wiedergekommen mit einem Sack voll Fotos und einem Kopf gefüllt mit faszinierenden Eindrücken. Die Region Dhofar innerhalb von einer Woche über und unter Wasser erkunden zu wollen – ein sportliches Unterfangen. Es geht. Entspannter reist man für zwei Wochen in den Süden des Omans. Du willst wissen, warum der Oman auf deiner Bucket List nicht fehlen darf?

5 gute Gründe, die den Oman zu deinem nächsten (Tauch-)Reiseziel machen

Die beste Reisezeit für den südlichen Oman ist zwischen Oktober und Mai. Ab Juni bis in den September hinein lässt der jährliche Monsun die Vegetation explodieren. Es herrscht eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 96 % und ihr werdet in den Monaten nur mit viel Glück ein freies Zimmer finden. Viele Omanis flüchten in der Zeit aus dem heißen Landesinneren an die Küste Dhofars. Zum Tauchen eignen sich am besten die Monate Februar bis Mai. Während des Monsuns sind die meisten Tauchbasen geschlossen.

1. Fisch, Fisch und noch mehr Fisch

Den Wermutstropfen zuerst: Wenn ihr bereits im Roten Meer getaucht seid, werdet ihr von den Sichtweiten erst mal enttäuscht sein. ABER der viele Fisch wird euch versöhnlich stimmen. Durch den hohen Planktonanteil betragen die Sichtweiten 5- 15 m. Entschädigt werdet ihr mit Schwärmen von Großaugenschnappern, riesigen Langusten, Netzmuränen, Sepien und intakten Riffen. Der Süden Omans ist noch recht jungfräulich, was den Tauchtourismus betrifft. Bislang wurden um die 25 Tauchspots entdeckt, die sich alle in Mirbat befinden. Die Plätze werden exklusiv von den Extra Divers angesteuert. Ein deutlicher Pluspunkt.

Besonders empfehlen kann ich euch die Tauchspots:

Marriott Wreck

Der Tauchplatz befindet sich, wie ihr euch bei dem Namen denken könnt, in unmittelbarer Nähe des Marriott Hotels. Den Abstieg macht ihr am besten am Seil der Boje. Bei starker Strömung werdet ihr leicht abgetrieben und verpasst das Wrack. Seit wann das Wrack dort liegt und woher es kam, weiß niemand so genau. Der stark verfallene Koloss spielt nur eine untergeordnete Rolle. Imposant ist der viele Fisch. So viel, dass man ihn zur Seite schieben muss, um einen Blick auf das Wrack zu erhaschen. Die Zackenbarsche, Gelbflecken-Igelfische und Papageienfische sind die wohlgenährteren Cousins und Cousinen der Exemplare, die ich aus dem Roten Meer kenne. Der hohe Planktongehalt zahlt sich aus.

Tauchgang am Marriott Wreck in Mirbat

Hamdis

Die Felsformation gleicht einer Hand und liegt etwa 10 Minuten Fahrzeit mit dem Boot von der Basis der Extra Divers entfernt. Ich habe selten so viele verschiedene Meeresbewohner an einem einzelnen Tauchplatz gesehen, wie bei diesem Tauchgang. Kurz nach dem Abstieg lugte die erste Netzmuräne aus ihrer Höhle hervor, ein Prachtexemplar einer Languste wartete drei Meter weiter und zum krönenden Abschluss begegnete uns ein großer Octopus. Bei dieser Artenvielfalt hinkt der Vergleich zum Roten Meer.

riesige Languste am Tauchplatz Hamdis

2. Ohrenbetäubende Stille in der Rub al-Khali

Ich bin der Wüste fast ebenso verfallen, wie dem Tauchen. Die Rub al-Khali bedient alle Klischees. Haushohe Sicheldünen, geometrische Strukturen im Wüstensand und einen pompösen Sonnenuntergang. Die Rub al-Khali ist mit ihren 650 000 km² Fläche die größte geschlossene Sandwüste der Welt und verteilt sich über den Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jemen. In der Sprache der Bedu bedeutet Rub al-Khali „Leeres Viertel“. Ein Ort, an dem der Mensch nur zu Gast ist. Keine Vögel, keine Geräusche überall nur Sand und Himmel. Die Wüste entschleunigt.

Rub al Khali

Ich verbringe auch die Nacht in der Wüste. Denkt an einen Sternenhimmel. Eure Erwartungen werden übertroffen. In der Rub al-Khali sieht man den Himmel vor lauter Sternen nicht. Kurz vor Sonnenaufgang kriecht die Kälte in das Zelt. Zeit aufzustehen. Beim Erklimmen der Düne wird mir langsam wieder warm. Mit der aufgehenden Sonne genieße ich das reisekatalogtaugliche Panorama.

Wüstencamp in der Rub al Khali

3. Kleckern statt Klotzen. Ubar und Wadi Dawkah

Für den Rückweg in Richtung Salalah bietet sich ein Zwischenstopp an der nahe gelegenen Ausgrabungsstätte Ubar und dem 127 km weiter entfernten Wadi Dawkah an. Zwei UNESCO-Welterbestätten. Mit den Eindrücken der Rub al-Khali im Kopf, wird Ubar wenig Eindruck auf euch machen. Ohne den historischen Kontext ist der Ort wenig spektakulär. Verschiedene Legenden und Mythen besagen, dass die einst prunkvolle und lasterhafte Stadt als göttliche Strafe vom Erdboden verschluckt wurde. Lange Zeit galt Ubar als verschollen. Die Ruinen der antiken Stadt wurden 1992 von Ranulph Fiennes entdeckt. Selbst wenn ihr euch alle Schautafeln durchlest, benötigt ihr nicht mehr als 30 Minuten um die Städte zu umrunden.

Ausgrabungsstätte Ubar

Wadi Dawkah, auch bekannt unter dem englischen Namen „Frankincense Park“, liegt ca. 40 km nördlich von Salalah entfernt. Auf dem Gelände wachsen mehr als 1200 wilde Weihrauchbäume. Das Luxusharz aus der Region gilt als das edelste der Welt. Die Reinheit des Harzes lässt sich für Laien an der Farbe erkennen. Um so heller und klarer, um so hochwertiger ist das Harz.

Frankincense Park

4. Naturhighlights in den Quarabergen

Innerhalb eines Tagesausfluges könnt ihr gleich mehrere Naturhighlights der Region Dhofar erkunden.

Tawi Attir

Etwa 1 km von dem kleinen Bergdorf befindet sich eine von zwei Dolinen der Region. Der Einsturztrichter hat eine Tiefe von 211 m und einen Durchmesser von ca. 60 m. Ein kleiner Coffee Shop verkauft Kaffee und eisgekühlte Getränke.

Taiq

15 km nordöstlich befindet sich die zweite, weitaus imposantere, Monsterdoline. Ich brauchte einen Moment um die gewaltige Aussicht auf mich wirken zu lassen. Die Senke misst 1000 m x 750 m und fällt mehrere Hundert Meter tief ab. Der Ort verströmt eine erhabene Atmosphäre.

Monsterdoline Taiq

Jebel Samhan

An dem in 1293 m Höhe gelegenen Aussichtspunkt angekommen, blickt ihr über die gesamte Küstenebene bis zum Arabischen Meer. Der Jebel Samhan ist mit seinen 1800 m der höchste Berg in der Region Dhofar. Besonders schön muss die Aussicht im September nach dem Abklingen des Monsuns sein, wenn die Wadis und Flüsse mit Wasser gefüllt sind.

Aussicht vom Berg Jebel Samhan

Wadi Darbat

Das Wadi hat ganzjährig Wasser und ist von hohen Bergen umgeben. Unter den Akazienbäumen lässt es sich wunderbar picknicken. Das Wadi ist Anlaufpunkt für viele Osmanische Familien aus der Umgebung. Hier lässt es sich bei den heißen Temperaturen aushalten. Kurz nach dem Monsun verwandelt sich das Wadi in eine tropische Landschaft. Dann bildet sich auch Arabiens größter Wasserfall und stürzt 170 m in die Küstenebene hinab.

Wadi Darbat im Oman

5. Ein Dromedar kommt selten allein

Die Tiere gehören zum Landschaftsbild dazu wie die weidenden Kühe auf der Alm. Rund 60 000 Tiere gibt es in der Region Dhofars. Auch wenn man einen anderen Eindruck gewinnt, die Tiere haben alle einen Besitzer. Frei lebende Dromedare gibt es im Oman nicht. Trotz technischem Fortschritt halten sich viele Omanis die Tiere aus traditionellen Gründen. Der Preis und Wert der Tiere richtet sich vor allem nach ihrer Farbe. Die fast weißen und wertvollsten Dromedare werden für die beliebten Kamelrennen gehalten und gezüchtet. Als besonders begehrt gelten auch die schwarzen Dromedare. Wer tagsüber mit dem Auto ein Dromedar anfährt, ist verpflichtet, dem Besitzer den Wert zu erstatten. Nachts verhält es sich genau andersrum. Da die Tiere auch gerne viel befahrene Straßen passieren, solltet ihr so oder so die Augen offen halten.

Kamele im Oman

Tipps

Da ich selbst die Frage nach der Sicherheit so oft beantworten musste, nehme ich das gleich vorweg. Ja, der Oman ist ein sicheres Reiseland, das man auch auf eigene Faust erkunden kann.

Wenn du im Süden vom Oman tauchen möchtest, hast du die kürzeste Distanz zu den Tauchplätzen von Mirbat aus. Momentan gibt es dort nur das Marriott Hotel. Die Tauchbasis der Extra Divers ist dem Hotel angeschlossen und bietet jeden Tag 2-3 Bootstauchgänge an. Ein Hausriff gibt es nicht.

Die Omanis sind Touristen gegenüber aufgeschlossen und tolerant. Dennoch sollte man sich schon alleine aus Respekt den Gepflogenheiten anpassen. Außerhalb des Hotels solltest du besonders als Frau auf knappe Kleidung verzichten. Zum Schutz vor der Sonne ist eine leichte Hose und etwas dünnes Langärmliges eh die bessere Wahl.

Die Hauptstraßen im Oman sind  hervorragend ausgebaut und ein Mietwagen günstig zu haben. Wenn du in die Berge möchtest, bist du mit einem Fahrzeug mit Allradantrieb gut gerüstet. Zieht es dich in die Wüste Rub al-Khali, buche am besten eine Tour über einen Veranstalter. Die Gefahr die Orientierung zu verlieren oder mit dem Auto im Sand stecken zu bleiben, ist zu hoch. Aktuell gibt es zwei Camps, in denen du in der Wüste übernachten kannst. Das rudimentäre Empty Quarter Camp oder das etwas komfortablere Al Hashman Camp.

 

Links

Warum dich eine Reise in den Oman verzaubern wird

Lisa und Marco von Road-Traveller haben den Norden des Sultanats bereist und verraten dir in ihrem Blogpost 10 Gründe warum der Norden Omans dich ebenfalls verzaubern wird.

Ilona Huppe: „Oman. Der Süden: Salalah und das Weihrauchland“ (Werbung*)

Sehr gut geschriebener Reiseführer, der umfassend über die Region informiert. Du lernst viel über die Geschichte sowie über die Natur und Tierwelt dieses abwechslungsreichen Reiselandes. Der Reiseführer empfiehlt sich besonders für all diejenigen, die Ausflüge auf eigene Faust unternehmen möchten. Die Routen sind sehr ausführlich mit den einzelnen Stationen beschrieben.

Linus Geschke: „Tauchen im Süden Omans. Die Küste der Rätsel“ (Werbung*)

Einen Vorgeschmack, was du tauchtechnisch erwarten kannst, bekommst du in diesem Artikel. Ja, ich bin ein kleiner Linus Geschke Fan. Der Mann war einfach schon überall da, wo ich auch tauchen möchte!

 

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Welches Reiseland hat dich zuletzt beeindruckt?

14 Comments

  1. Simone Orlik 18. August 2017 at 11:04

    Guten Morgen, ich bin nun leider gar keine Taucherin, habe auch keine Ambitionen in der Richtung aber die Fotos sind wirklich traumhaft. Gut, dass es Blogger wie dich gibt, die uns dennoch daran teilhaben lassen. Bitte mehr davon 🙂

    Viele Grüße und ein tolles Wochenende,

    Simone

    Reply
    1. Annette 18. August 2017 at 12:18

      Ich danke dir Simone! Der Oman lohnt sich definitiv auch für eine Reise über Wasser! Liebe Grüße Annette

      Reply
  2. Miriam 18. August 2017 at 11:45

    Sehr guter und informativer Artikel! Ich hatte den Oman irgendwie nie so richtig mit tauchen in Verbindung gebracht! Scheint eine ideale Kombi zu sein. Werde das mal mit dem Liebsten besprechen.
    Viele Grüsse
    Miriam von North Star Chronicles

    Reply
    1. Annette 18. August 2017 at 12:17

      Liebe Miriam, ja die Kombi ist toll. Ursprünglich waren auch mehr Tauchtage geplant, dann hat mich aber die Umgebung so umgehauen, dass es eine Schande gewesen wäre, die Tage nur Unterwasser zu verbringen!

      Reply
  3. Dagmar von Bestager-Reiseblog. 18. August 2017 at 14:29

    Hallo Annette, den Plan hab ich so gar nicht als Reiseland auf dem Schirm.
    Scheint aber sehr eindrucksvoll zu sein. Vor allem der Trip in die Wüste würde mich reizen.
    LG Dagmar

    Reply
    1. Annette 18. August 2017 at 15:32

      Liebe Dagmar, der Oman ist wunderschön und auch sehr sicher! Die Übernachtung in der Wüste gehört auf jeden Fall zu einem meiner eindrucksvollsten Reiseerfahrungen bisher. Liebe Grüße Annette

      Reply
  4. Katja vom WellSpaPortal 18. August 2017 at 16:11

    Liebe Annette,
    auch wenn mich keine zehn Pferde zum Tauchen bringen würden, deine Bilder sind grandios schön. Gut nur, dass es Taucher wie dich gibt, die mich so teilhaben lassen an der schillernden Welt unter Wasser.

    Was aber bedeutet deine Blogname?
    Neugierige Grüße
    Katja 🙂

    Reply
    1. Annette 18. August 2017 at 17:56

      Liebe Katja,
      danke dir für deinen lieben Kommentar. Ja, ich kann verstehen, dass das mit dem Tauchen nicht jedermanns Sache ist. „Omvej“ ist das dänische Wort für Umweg. Ich verlaufe mich gerne, bin bis jetzt aber immer angekommen. Sowohl im buchstäblichen als auch im übertragenden Sinne. Liebe Grüße Annette

      Reply
  5. Marina 18. August 2017 at 16:46

    Oh wie schön, das will ich auch mal machen! In der Wüste übernachten…gut die Kälte morgens nicht, aber in den Sternenhimmel schauen….also Oman steht ab jetzt auch auf meiner „Ich muss noch an so viele schöne Orte reisen – Liste“ Danke für den tollen Beitrag den ich mir gleich mal abspeichere!

    Reply
    1. Annette 18. August 2017 at 17:21

      Liebe Marina,
      das freut mich, dass ich dir zu einem neuen Ort auf deiner Liste verhelfen konnte! Ja, die Nacht in der Wüste werde ich nicht so schnell vergessen. Liebe Grüße Annette

      Reply
  6. Svemirka 18. August 2017 at 21:56

    Liebe Annette, ich sehe wir teilen die gleiche Leidenschaft für Wüste und für das Tauchen. Danke für deinen wunderbaren Artikel und die Traumfotos. Ich fühle mich inspiriert wohl doch mal neben Malediven und Karibik den Oman für Unterwasseraktivitäten in Betracht zu ziehen! Ganz liebe Grüße von der Elbe, Svemirka

    Reply
    1. Annette 19. August 2017 at 7:13

      Hallo liebe Svemirka,
      dann klingt der Oman nach einem perfekten Reiseziel für dich. Dort gibt es auch schicke, aber erschwingliche Hotels. Liebste Grüße von der Spree zurück.
      Annette

      Reply
  7. Michaela 19. August 2017 at 11:49

    Mit dem Oman habe ich mich ehrlich gesagt noch nie so besonders beschäftigt, aber dein Bericht und vor allem auch deine Bilder machen mir richtig Lust darauf! Vor allem, dass es noch nicht so eine extreme Touristenhochburg ist, gefällt mir.
    Vielen Dank für den tollen Artikel!

    Liebe Grüße,
    Michaela

    Reply
    1. Annette 19. August 2017 at 20:08

      Liebe Michaela,
      es freut mich, dass ich dir dieses wunderschöne Land etwas näher bringen konnte. Ja, der Massentourismus ist definitiv noch nicht im Oman angekommen.
      Liebe Grüße
      Annette

      Reply

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