Tauchen ist mein Yoga

Heute erzähle ich dir etwas über mich. Als ich mir im Sommer 2016 das erste Mal darüber nachgedacht habe diesen Blog zu starten, musste das Kind natürlich auch einen Namen haben. „Omvej“ war als Gedanke geboren. Omvej, das dänische Wort für Umweg. Meine Mutter kommt aus Dänemark und ich fühle mich mit diesem Land, den Kindheitserinnerungen und auch der Sprache bis heute verbunden. Mit Umwegen verbinde ich positive Eigenschaften. Umwege können auch ans Ziel führen, vielleicht nicht immer direkt, dafür durch schönere Landschaften, verquerere Gedankengänge und ein bisschen kreuz und quer durch die Gegend. In jedem Fall bereichernd.

Durch einen Umweg bin ich auch zum Tauchen gekommen. Obwohl ich mich schon als kleines Kind am liebsten am und im Wasser aufgehalten habe. Um das Tauchen für mich zu erschließen, musste ich mich erst auf meine erste Fernreise nach Thailand begeben, schnorcheln gehen und einen guten Menschen in meinem Leben haben, der meine Begeisterung für die Unterwasserwelt erkannte und mir einen Gutschein für einen Tauchkurs zum Geburtstag überreichte.

Bis ich meine Angst abgelegt habe, hat es dann auch noch mal ein paar Tauchgänge gedauert. Jetzt ist das Tauchen, neben dem Reisen, für mich zu einer der größten Leidenschaften, zu meinem persönlichen Yoga, in meinem Leben geworden. Dafür gibt es gute Gründe.

Tauchen ist wie Fliegen

Du hast im Wasser ein dreidimensionales Körpergefühl. Schwerelos gleitest du horizontal durch das Wasser. Ein paar Meter über dir die Oberfläche, der Grund manchmal nicht erkennbar und um dich herum der blaue Ozean. Für dich mag sich das am Anfang Furcht einflößend anhören, ist es keineswegs. Für mich fühlt es sich nach ankommen an. Ich bin in meinem Element.

Leidenschaft Tauchen

Du hast deine Ruhe, ohne alleine zu sein

In der Großstadt ist man nie allein – akustisch schon gar nicht. Was Stille wirklich bedeutet, habe ich im Oman in der Rub al-Khali das erste Mal erlebt. Nichts. Meinen eigenen Herzschlag. Stille kann unwahrscheinlich laut sein. Die Geräusche unter Wasser eine gute Mischung irgendwo dazwischen. Dein eigener Atem verpackt in ein meditatives Blubbern deiner eigenen Luftblasen. Neben, unter und über dir mediterranes Leben. Mit dem Trubel der Großstadt vergleichbar ohne die zermürbende Geräuschkulisse. Dein Buddy in Sichtweite, aber auch er in seiner eigenen Welt und seinem eigenen Unterwasserleben.

Taucher zwischen Korallen

Du lernst Menschen kennen, die deinen Weg sonst nicht gekreuzt hätten

Auch als Alleinreisende musst du dir über Anschluss wenig Gedanken machen. Deinem Tauchbuddy vertraust du für den gemeinsamen Tauchgang dein Leben an. Hast du unter Wasser ein Problem, kann er dir aus einer gefährlichen Situation raus helfen. Nein, das heißt nicht, dass du deinen neuen Seelenverwandten gefunden hast. Aber du hast einen Gesprächseinstieg und manchmal ist das Tauchen auch das Einzige, was euch verbindet, manchmal triffst du aber auch auf Menschen, die ähnlich ticken wie du. Sie leben aber in Ländern und Städten, die du nie durchkreuzt, arbeiten in komplett anderen Branchen oder sind anders sozialisiert. Wo hättest du diesen Menschen, den treffen sollen, wenn nicht eben bei einer deiner liebsten Beschäftigung. Tauchen holt dich nicht nur aus deiner Komfortzone heraus, sondern du wirfst auch einen Blick über den eigenen Tellerrand.

Du begibst dich in eine Welt, die die wenigsten kennenlernen werden

“Most people stare up into space with wonder. Yet we have this most alien world on our own planet just teeming with life. But it’s a world that most people never explore.” Das Zitat stammt aus der berührenden Doku Chasing Corals und hat mir eine Gänsehaut verpasst. Weil es diese einzigartige Welt so passend beschreibt. Oft habe ich versucht Menschen in meinem Umfeld meine Faszination näher zu bringen, erfolglos. Wenn sie wüssten, was sie verpassen.

Tauchen macht den Kopf frei

Der Beinamen meines Blogs “Tauchen ist mein Yoga” kommt nicht von ungefähr. Tauchen hat für mich genau diese Erfüllung und Entspannung, die viele Yoga-Praktizierende beschreiben. Es entspannt mich, es lässt mich meine Gedanken sortieren, macht mich lang anhaltend glücklich und das Heraufbeschwören der Erinnerung an die schillernde Unterwasserwelt bläst manche Alltagsgewitterwolke weg.

Ich beim Schnorcheln

 

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