Die fünf größten Tauchmythen

Das ist ein Gast Blog Beitrag vom Atlantis online Tauchshop: www.atlantis-onlineshop.de

Wusstest du, dass du auch tauchen gehen kannst, wenn du beim Abtauchen im Hallenbad keinen Druckausgleich schaffst? 😲 Oder das dein Hund wahrscheinlich gefährlicher ist, als ein Hai? 

Wir räumen mit 5 großen Mythen beim Tauchen auf – Los geht’s!

Mythos Nr. 1: Tauchen ist gefährlich

Snowboarden, Radfahren, Laufen. So ziemlich jede Sportart kann gefährlich sein, wenn man unvorsichtig ist. Beim Tauchen gibt es deshalb auch Regeln, die man einhalten sollte. In deinem Open Water Tauchkurs lernst du die wichtigsten Dinge ausführlich in Theorie und Praxis.

Viele Nichttaucher denken, das Tauchen sei wegen Tieren, wie Haien gefährlich. Die Wahrheit ist, dass die meisten Tauchunfälle passieren, weil man sich überschätzt oder sich nicht an die Regeln hält.

In vielen Fällen sind es auch es extreme Tauchgänge die gefährlich werden, z. B. bei der Erkundung von Höhlen oder Wracks. Oder um Tauchgänge in extremen Tiefen. Meist sind dabei Fehlentscheidungen die Hauptursache.

Millionen von Menschen sind zertifizierte Taucher und tauchen jedes Jahr viele Male. Trotzdem ist die Gesamtzahl der Unfälle, wie DAN (Divers Alert Network) jährlich berichtet, sehr niedrig.

Noch seltener enden diese Unfälle tödlich. Eine solide Ausbildung und ein gutes Urteilsvermögen sind von großer Bedeutung. Am Anfang bietet es sich auch an eher mit erfahreneren Tauchern im Buddy-System unterwegs zu sein. Deine Tauchschule wird bei der Zusammenstellung der Buddy Teams darauf achten. 🙂

Mythos Nr. 2: Beim Tauchen tun mir die Ohren weh

Das ist wahr. Aber nur, wenn du den Druck in deinen Ohren beim Abtauchen nicht ausgleichst. 😉  Immer wieder hört man: „Ich kann leider nicht tauchen, weil ich den Druckausgleich nicht schaffe. Das klappt bei mir schon im Schwimmbad nicht.“

Dabei sind zwei Sachen wichtig:

  1. Beim Tauchen gehst du normalerweise nicht mit dem Kopf zuerst nach unten, wie im Schwimmbad. Das macht einen großen Unterschied!
  2. Beim Tauchen hast du viel mehr Zeit beim Abtauchen und damit auch für deinen Druckausgleich

Der Druckausgleich ist eines der ersten Dinge, die man dir bei deinem Tauchkurs beibringt. Die gebräuchlichste Technik zum Druckausgleich ist das Valsalva-Manöver. Das kennst du vielleicht aus dem Flugzeug. Einfach die Nase zuhalten und sanft in die Nase pusten, bis du ein Knacken in den Ohren spürst. Bei manchen Menschen funktioniert der Druckausgleich auf diese Weise aber nicht so gut. Deshalb denken sie, sie könnten niemals tauchen gehen. Es gibt aber noch mehr Techniken und Tipps, die du ausprobieren kannst.

Beispielsweise kannst du gähnen (dabei den Atemregler im Mund festhalten 😉  ) und dabei deinen Kiefer hin und her bewegen. Wenn es nur auf einer Seite nicht funktioniert, versuche den Kopf zur Seite zu legen. Wenn also links das Ohr noch zu ist, dann den Kopf nach rechts legen und den Druckausgleich nochmal versuchen.

Ganz oft ist man bei seinen ersten Tauchgängen so nervös und angespannt, dass sich auch die Muskulatur im Nacken und Hals verkrampft. Wenn man dann noch sehr stark auf das Mundstück vom Atemregler beißt, um ihn „bloß nicht zu verlieren“, dann sind Probleme mit dem Druckausgleich kein Wunder.

Du solltest in deinem Tauchkurs also genügend Zeit bekommen, in Ruhe deinen Druckausgleich zu machen. Wenn du das Gefühl hast, dass dir diese Zeit vom Tauchlehrer oder der Tauchlehrerin nicht gegen wird, dann wechsele bitte unbedingt die Tauchschule!

Mythos Nr. 3: Die besten Tauchgänge gibt es in den Tropen

Tauchen ist dank der atemberaubenden Unterwasserlandschaften in Filmen, die meist in den Tropen spielen, so beliebt geworden. An diesem Mythos ist insofern etwas Wahres dran, als es überall in den Tropen wirklich atemberaubende Tauchspots gibt. Zum Beispiel Indonesien, Ägypten oder Bonaire. In diesen warmen Ländern kann man es natürlich auch oft nicht abwarten, ins Wasser zu kommen. 😉

Aber der Mythos, dass man nur dort gut tauchen kann ist natürlich quatsch. Egal wo du bist, wahrscheinlich gibt es irgendwo in der Nähe einen beliebten Tauchplatz. Nehmen wir zum Beispiel das Tauchen zwischen den Kontinental-Platten in Island. Es ist nicht gerade ein typischer Tauchplatz. Er wird aber dank seiner Schönheit immer beliebter. 

In Mexiko kannst du sogar unglaubliche Tauchgänge außerhalb des Ozeans machen. Wie z.B. Höhlentauchen im eher kalten Wasser einer Cenote. Nicht jeder Tauchplatz ist für jeden Taucher geeignet. Aber das ist ja das Schöne am Tauchen.

Du kannst fast überall tauchen, wo es Wasser gibt. Auch im Landesinneren. In Deutschland zum Beispiel in Seen, wie dem Stechlinsee oder in stillgelegten Bergbau Anlagen, wie Hemmoor. Einige der besten Tauchplätze der Welt befinden sich auch in Bergseen, die so klar sind, wie kein Meer jemals sein kann.

Natürlich ist das Wasser nicht so warm, sodass ein geeigneter Tauchanzug (oder Trockentauchanzug) hermuss. Es gilt also wie schon beim Wandern: “Es gibt kein schlechtes Wetter (kaltes Wasser), sondern nur falsche Kleidung.” 😉 Aber glaubt uns, das ist es wert!

Tauchen in den Tropen

Mythos Nr. 4: Man taucht mit einer Sauerstoffflasche

Oft wird der Begriff „Sauerstoffflaschen“ verwendet, wenn Nichttaucher (und sogar ausgebildete Taucher) sich auf die Tauchflaschen beziehen. Die meisten Flaschen enthalten jedoch normale Luft, die du auch an der Oberfläche atmest. Und die besteht nur aus 21 % Sauerstoff. Der Rest sind 78 % Stickstoff und 1 % Edelgase.

In einer Tiefe von etwa 8-10 Metern wird reiner Sauerstoff für deinen Körper schon giftig. Wenn du also mit reinem Sauerstoff tauchst, kannst du nur sehr flache Tauchgänge machen. Einige Taucher verwenden Nitrox. Das ist eine angereicherte Luft (englisch: Enriched Air). Der wird zusätzlicher Sauerstoff beigemischt. Aber auch hier werden selten mehr als 40 Prozent Sauerstoff verwendet.

Mythos Nr. 5: Haie werden mich fressen

Haie haben den schrecklichen Ruf, die bösartigsten Raubtiere der Meere zu sein. Wir haben Filme, wie Jaws und Open Water auch gesehen. Und ja, sie stehen an der Spitze der Nahrungskette im Meer. Aber das bedeutet nicht, dass sie jeden Taucher, der ihren Lebensraum betritt, angreifen wollen. Bei den meisten Unfällen mit Haien handelt es sich um Verwechslungen, z. B. mit Surfern, die die Haie möglicherweise für eine leckere Robbe halten.

Haie sind in ihrer heimischen Umgebung unglaublich schön anzusehen und beim Tauchen triffst du auf viele sanfte Haiarten, die du gefahrlos bestaunen kannst.

Sag es nicht Hollywood: aber die Faktenlage zum Thema Hai gegen Taucher ist ziemlich dürftig. Haie fressen keine Taucher. Bis auf ein paar Ausnahmen bleiben sie nicht einmal in der Nähe, wenn du zum Tauchen ins Wasser gehst.

Stell dir vor, du bist ein Hai: Du schwimmst in den Tiefen des Ozeans. Plötzlich kommt eine Gruppe von Kreaturen aus dem Nichts. Sie machen laute Geräusche und bewegen sich seltsam. Nicht wie ein Fisch oder etwas anderes das du kennst. Sie fangen an mit Lichtern auf dich zu blitzen.

Das Erste, was die meisten Tiere an Land und unter Wasser in so einer Situation tun? Den Schwanz einziehen und das Weite suchen.

Immer noch nicht überzeugt? Dann geben wir dir einen ernsthaften Grund zur Sorge: deinen Hund. Ja, genau. Hinter dem Hundeblick und dem Gewedel mit dem Schwanz lauert ein kaltblütiges Raubtier. Es ist statistisch gesehen viel gefährlicher als jeder Hai. Statistisch tötet der „beste Freund des Menschen“ im Jahr durchschnittlich 5 Menschen und verletzt ca. 30.000 weitere. Und das allein Deutschland! In den gleichen 12 Monaten gibt es durchschnittlich ca. 100 Unfälle mit Haien. Davon enden ungefähr 5 bis 10 im Jahr tödlich. Angesichts dieser Zahlen bist du im Meer also sicherer als mit deinem Fiffi zu Hause. 😉

Wenn du bei einem Tauchgang einen Hai siehst, kannst du dich glücklich schätzen, eines der erstaunlichsten Lebewesen der Natur in natura erlebt zu haben.

Tauchen mit Haien

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